„I hope you had a pleasant Flight – welcome to Tampa!“

…funkte es gestern aus dem Cockpit des Airbus A330, namens Chamsin. Pünktlich, um kurz nach 17 Uhr (Eastern Standard Time), bin ich beim Tampa International Airport gelandet. Fast 24 Stunden danach mache ich mich nun an die Arbeit, um Euch von der Reise zu erzählen. Schon mal vorab: Das wird ein langer Post, mit vielen Bildern! Sagt nicht, dass ich Euch nicht davor gewarnt hätte! Am Ende des Artikels findet Ihr die meisten Fotos in einer Slideshow :)

© JACKIE HERR

Am Donnerstag Nachmittag sind meine Eltern und ich beim Züricher Flughafen angekommen und haben in unserem Hotel eingecheckt. Das Radisson Blu liegt direkt am Flughafen und ist unglaublich schön! Aber seht Euch besser selbst die Internetseite an…

Abends haben wir uns ein wenig am Airport umgesehen, etwas zu essen gesucht und bei der Gelegenheit gleich das Check-In gemacht. Der erste Gedanke, der uns durch den Kopf schoss, als wir das Flughafengebäude betreten haben, war: „Hier sieht’s ja aus wie in Amerika!“ – und das ist wirklich so! Der Eingangsbereich ist zwar durch den Boden und die Wände, die eine grau-schwarze Farbe haben, ziemlich dunkel und die Decke hängt relativ tief, aber es wird immer heller und größer, je weiter man zu den Restaurants, der Zuschauerterrasse oder den Gates kommt. Also je zentraler man sich im Terminal befindet. Es war nicht allzu viel los, alles war sehr sauber und super ausgeschildert (die Schilder sehen exakt genauso aus wie an einem amerikanischen Flughafen). Man hat viele Möglichkeiten zum Essen oder zum Shoppen und alle Leute sind wahnsinnig freundlich! Das Check-In verlief schnell und problemlos.

Dann wollten wir noch unbedingt auf die Zuschauerterrasse. Der Eintritt hat zwar 5 CHF pro Person gekostet und man musste eine Mini-Airport-Security über sich ergehen lassen, aber dafür ist die Terrasse einfach top! Ich war ja schon oft in München auf dem Aussichtshügel oder der Terrasse, von denen man auch wirklich gut das Geschehen am Flughafen beobachten und fotografieren kann – aber dagegen ist das nichts! Rumlaufen durften wir quasi auf dem Dach von Gates B und D, wir waren also nicht sehr weit über den einzelnen Flugzeugen, die an den Gates standen, oder weit weg von den Runways. Der Zaun ist nicht hoch (bis zur Hüfte etwa) und aus Glas. Undenkbar in Deutschland, so nahe war ich noch nie am Geschehen dran, das war schon echt beeindruckend. Ich habe ziemlich viele Fotos gemacht und einige Piloten waren so nett und haben grinsend gewunken – weit weg waren sie ja nicht :)

Was auch richtig cool ist: Überall stehen Informationen über die einzelnen Flugzeuge, den Kontrollturm oder die verschiedenen Prozeduren am Flughafen. Entweder sind Schilder aus Glas mit Text aufgebaut (aus einem kann man sogar den Funk live mithören), Infos auf dem „Zaun“ bedruckt, der Boden/die Bänke sind beschriftet oder man kann durch ein spezielles Fernrohr schauen, das bestimmte Daten liefert, wenn man an etwas ranzoomt. Das Teil wusste einfach alles! Sogar woher die Lufthansa Maschine, die da hinten gerade zu ihrem Gate rollt, herkommt. Und man musste nicht einmal ein Geldstück einwerfen. Einfach Wahnsinn, daran könnten sich die Deutschen echt ein Beispiel nehmen…

Nach einer sehr ruhigen Nacht sind wir am nächsten Morgen um 8 Uhr aufgestanden und hatten ein tolles Frühstück im Hotel. Danach ging es auch schon los, zu unserem Abfluggate. Durch die Airport-Security sind wir schnell wie noch nie gekommen, völlig stressfrei. Auch kein Wunder bei den netten Leuten!

Der Bereich hinter der Security ist total groß und hoch gebaut, wieder mit vielen Läden und Cafés. Mit dem Skytrain sind wir superschnell zu den Gates E gekommen, die außerhalb des Hauptgebäudes liegen. Alle 3 Minuten fährt eine Bahn. Erinnerte auch sehr an Amerika. Die Fahrt ist übrigens sehr witzig gestaltet, zum Beispiel ist eine muhende Kuh über den Lautsprechern zu hören oder einzelne Bilder an der Tunnelwand verwandeln sich zu einem Mini-Film. So sind wir auf einmal durch die Berge gefahren :)

Das Gates E Gebäude ist noch schicker und auch wieder ziemlich hoch. Dadurch, dass die Fenster vom Boden bis zur Decke ragen, ist es schön hell und man bekommt viel vom Flugverkehr mit. Die Durchsagen sind laut genug, um sie gut zu verstehen – was auch nicht immer selbstverständlich ist. Außerdem habe ich noch am Rand der Sitzfläche ein Regal entdeckt, auf dem nicht nur Zeitungen gestapelt sind, sondern auch noch viele andere aktuelle Zeitschriften, die man einfach mitnehmen kann. Ich hab mir eine Foto-Zeitschrift geschnappt, die normalerweise um die 6€ gekostet hätte!

© JACKIE HERR

Das Boarding war zwar leider eine halbe Stunde zu spät dran, was aber nicht weiter schlimm war, da wir dennoch pünktlich gestartet sind. Der erste Eindruck von Edelweiss Air war schon mal spitze. Wir sind in der zweiten Reihe der Economy Class gesessen. Alles blitzeblank sauber, nirgendwo übrig gebliebene Krümel (so wie es bei Delta Airlines üblich ist). Und es war nicht nur innen sauber, sondern auch außen. Der Flieger hat geglänzt, als käme er gerade frisch aus einer Waschanlage. Keine Fußabdrücke von Mechanikern, kein Dreck, keine Ölschlieren auf den Flügeln (so wie es bei Delta Airlines auch üblich ist).

Und der erste Eindruck sollte im Laufe des Fluges noch übertroffen werden. Ich hatte teilweise wirklich das Gefühl, dass wir in der Business Class sitzen! Der Service war klasse, alle waren hübsch gekleidet und unglaublich freundlich. Die Crew hat sich richtig gut um jeden einzelnen Passagier rund um die Uhr gekümmert. Und es waren vor allem einfach diese Details, die mich begeistert haben. Ich glaube ich bin noch nie mit einem iPhone, dessen Akku zu 100% aufgeladen ist, aus dem Flugzeug ausgestiegen! Denn neben dem kleinen Bildschirm vom vorderen Sitz befindet sich einen USB-Anschluss – bedeutet kostenlosen Strom den ganzen Flug über! Und wenn wir schon mal bei dem Bildschirm sind – ich habe noch nie eine so riesige Filmauswahl gesehen! Ich war allerdings von dem Programm, das die Route aufzeichnet und die aktuellen Flugdaten liefert, noch beeindruckter. Das war viel moderner, als ich es bisher kannte. Es gab sogar 3D-Ansichten der aktuellen Position des Airbus A330, dessen Lackierung dieselbe wie in echt war. Viele Informationen zu Städten wurden eingeblendet, als wir bei ihnen vorbeiflogen sind. Und als wir über Land geflogen sind, wurde die Karte so vergrößert, dass man einzelne Details wirklich gut erkennen konnte, das war fast wie bei Google Earth!

© JACKIE HERR

Aber kommen wir mal zum Essen, vor dem es mich eigentlich immer graust. Schon anderthalb Stunden nach dem Take Off wurde uns allerdings das beste Essen, das ich jemals auf einem Flug hatte, serviert. Man konnte wie immer zwischen „Chicken or Pasta?“ wählen. Ich nahm die Pasta, da ich seit langer Zeit ein Trauma vor diesen trockenen Hühnchenschnitten habe. Es gab Tortellini in Sahnesoße, Salat mit echtem Feta, Räucherlachs mit Meerrettich, abgepacktes Knäckebrot, eine verpackte Käsescheibe, Butter, ein Brötchen und einen Apfelkuchen. Das war das allererste Mal, dass ich nichts mehr übrig gelassen habe! Der Kuchen war sowieso der absolute Hammer. Toll war auch, dass die Stewardessen mit Körben die Gänge durchgelaufen sind und die Brötchen verteilt haben. Es gab übrigens zwei Sorten davon, ein Helles und ein Dunkleres. Achja, und das „Chicken“ war auch sehr gut! Mein Dad hatte es und er war genauso begeistert wie ich von meinem Essen. Das Hühnchen wurde mit Gemüse und Reis serviert und es war überhaupt nicht trocken.

Drei Stunden später gab’s ein Schokoeis von Mövenpick und wieder drei Stunden später einen Snack. Ich habe mit Pizza oder Ähnliches gerechnet, was Lufthansa oft serviert. Aber es gab Hühnchenstreifen mit einer Dip Soße, dazu einen kleinen Reissalat und einen total leckeren Himbeerkuchen. Hungrig sind wir aus diesem Flugzeug auf keinen Fall rausgekommen!

Die Sitze haben mir übrigens auch gut gefallen – die hatten viel mehr Stauraum als sonst und zusätzlich noch kleine Täschchen angenäht, da hat Kleinkrams perfekt reinpasst. Zudem waren sie in einem sehr guten Zustand, nichts hat geklemmt oder gequietscht. Und man hatte die Möglichkeit, sie wirklich sehr weit nach hinten auszufahren.

Der Flug hat also echt viel Spaß gemacht! Da ich eine Vielfliegerin bin und schon seit ich nur wenige Wochen alt bin mehrmals pro Jahr den Atlantik überquere, kann ich wirklich sagen, dass dieser Flug einer der Besten überhaupt war. Wenn nicht, dann sogar der Beste! :)

Wir sind zum Schluss noch über das Kennedy Space Center geflogen und an Orlando vorbei, bis wir dann schließlich die Westküste Floridas erreicht haben. Die Landung war glaub ich auch die Beste, die mein Hintern in einem Airbus je spüren durfte (nein, nicht der Autopilot ist geflogen). Ich kann auf jeden Fall meine volle Empfehlung abgeben und Euch alle bitten, diese Airline vielleicht mal zu unterstützen – es lohnt sich!

In Tampa angekommen verlief die Immigration richtig flott, alle Schalter waren besetzt. Bis das Gepäck ankam, verging eine ganze Weile, aber da es – so wie bei jedem amerikanischen Flughafen – kostenloses WLAN im gesamten Gebäude gibt, war ich mit dem Handy beschäftigt. Akku hatte es ja genug :)

Dann haben wir den Mietwagen abgeholt, sind über die Sunshine Skyway Bridge heimgefahren, haben bei einem Restaurant etwas zu Abend gegessen und dabei den Sonnenuntergang bestaunt, die Koffer daheim ausgepackt und sind schließlich müde in unsere Betten gefallen. Ihr werdet wieder von mir am kommenden Montag hören, wenn ich meine erste Flugstunde hinter mir habe. Die Vorfreude ist natürlich riesig groß!

Hier gibt es noch eine Slideshow mit meinen Fotos – viel Spaß beim Ansehen! :)

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