Steep and Slow

© JACKIE HERR

Heute schreibe ich gleich über zwei Tage, nämlich über Dienstag und heute – gestern hatte ich frei.

Am Dienstag Nachmittag um 4 PM traf ich mich mit meinem zweiten Fluglehrer Kirby bei Cirrus Aviation. Lucas hat zurzeit nämlich einen Flugschüler, der demnächst seinen Checkride macht und deswegen viel Zeit mit ihm verbringen muss und deshalb nicht genug für mich hat. Macht mir aber überhaupt nichts aus, denn hier sind alle super freundlich und mit Kirby kam ich auch von Anfang an sehr gut zurecht. Heute standen auf dem Programm: Steep Turns!

Davor wurde das Übliche erledigt. Wetterbriefing und die ganzen Checks in/an der Skycatcher. Die Clearance Delivery habe ich heute mal ganz ohne Zettel gerufen, hatte aber keine Probleme damit. Diesmal haben wir Runway 32 bekommen und mussten somit auf dem Weg dorthin die Piste 22/04 überqueren. War aber sowieso nicht viel los.

Nach dem Take Off sind wir aus der Kontrollzone rausgeflogen und an der Küste entlang Richtung Siesta Key (siehe unteres Bild), um dort Steep Turns zu üben. Es war inzwischen schon kurz vor 6 PM (wir hatten noch Probleme mit meinem Headset, deswegen hat es eine Weile gedauert bis wir endlich in der Luft waren) und die Sonne stand schon relativ tief über dem Horizont. Es war so wunderschön, wie das Meer geglitzert hat und das warme Licht auf die weißen Sandstrände gefallen ist!

Da wir inzwischen schon fast 3000ft hoch waren, haben wir uns auch den kleinen Cumuluswolken genähert, die von der untergehenden Sonne gold gefärbt waren. Bei über 100 kts (185 km/h) kann man sich bestimmt gut vorstellen, wie viel Spaß es macht sich zwischen den Schäfchenwolken durchzuschlängeln, auf denen man seinen eigenen Schatten wirft. Kein Wunder, dass ich bei diesen Bildern aufeinmal den Titelsong von Top Gun im Kopf hatte ;)

Wir haben uns ein größeres Loch zwischen den Wolken ausgesucht, damit wir etwas mehr Platz für unsere Manöver haben. Kirby hat mir zwei Steep Turns vorgemacht, einmal nach links und einmal nach rechts. Dann war ich dran.
Rechtsherum war mein Turn etwas zu flach, während er linksherum zu steil war. Aber da ich ja Steep Turns schon kannte, habe ich kaum an Höhe verloren, es hat also dennoch super geklappt. Kirby war sehr zufrieden mit mir und hat beschlossen, (schon) wieder die Heimreise nach Sarasota anzutreten.

Zum Schluss wurde es noch ziemlich bumpy, da ein Gewitter Richtung Küste aufzog. Ein Learjet  ist vor uns auf der 32 gelandet und der Controller auf dem Tower hat ihn gefragt, wie die Bedingungen beim Anflug sind. Der hatte verdammt viel Seitenwind von rechts, also meinte der Controller, dass wir auf die kürzere Runway, die 04, ausweichen dürfen. Der Anflug war dennoch nicht leicht, es war immer noch sehr bockig. Aber wir haben die 162er sicher gelandet! Zum Schluss hat mir Kirby noch beigebracht, wie man ein Flugzeug richtig gut festknotet :)

Mit meinem Funk war ich übrigens dieses Mal (wieder) nicht so sehr zufrieden. Da in Tampa zu der Zeit viel los war und somit der Controller bei der Approach/Departure Frequenz relativ schnell geredet hat, um den ganzen Verkehr durchzukriegen, habe ich meistens nur die Hälfte mitbekommen und war dann einfach überfordert. Die Nervosität wird sich hoffentlich bald legen!

© JACKIE HERR

Heute ging es erst um halb 5 los. Kirby hatte vor, mit mir noch einmal Slow Flight und Power-Off Stalls zu üben. Dazu wollten wir in die Practice Area östlich vom Platz. Sarasota Clearance gab uns ein Heading von 090 und wie immer eine Höhe von 1600ft vor.

Nachdem wir auf Runway 14 abgehoben sind und eine Linkskurve zu unserem Heading gemacht haben, kontaktierte ich Tampa Departure. Heute war zum Glück nicht mehr so viel Verkehr und der Controller war besser zu verstehen, außerdem war ich mal etwas entspannter. Tampa gab uns eine Höhe von 2500ft vor und ein etwas anderes Heading.

Als wir dann aus der Kontrollzone von Sarasota draußen waren, durften wir natürlich den VFR-Squawk-Code 1200 in unseren Transponder eingeben. Also konnten wir mit dem Training anfangen. Zuerst Slowflight, dann haben wir einen Anflug simuliert. Motor auf Leerlauf und die Nase etwas nach unten drücken, um die Speed zu halten. Klappen waren ja schon voll ausgefahren. Nun konnten wir ein paar Power-Off Stalls üben. Um das zu tun, muss man die Nase der 162er schon sehr weit hochziehen – man hat das Gefühl, dass sie überhaupt nicht stallen will!

Inzwischen war es schon halb 7, alles war wieder goldgefärbt von der Sonne. Superschön, aber leider ging es auch schon wieder Nachhause, die Zeit vergeht bei so einem Flug einfach richtig schnell! Es war wieder mehr Flugverkehr, deswegen hat uns Tampa erstmal noch eine ganze Weile nicht in die Kontrollzone einfliegen lassen, um die großen Airliner vorzulassen und uns anschließend zu staffeln. Es war glaube ich wieder ein Learjet, hinter dem wir landen durften, auf Runway 32.

Kirby meinte nach der Flugstunde zu mir, dass er sich mit Lucas etwas einfallen lassen muss, da im Moment alles zu easy für mich ist, weil ich eben schon so viel Erfahrung habe! Ich bin ja mal gespannt, was als Nächstes kommt! Morgen werde ich um 2 PM wieder mit Lucas fliegen :)

Übrigens war ich heute mal richtig zufrieden mit meinem Funk! Habe komplett alles gemacht (und selbstständig), diesmal waren auch keine Versprecher dabei. Scheint so, als würde ich so langsam die Mic Fright verlieren ;)

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