„I’m going home now.“

© APA/RED BULL CONTENT POOL

Genau drei Tage ist es nun her, als Österreicher Felix Baumgartner in einer Höhe von etwa 39 km von einem Heliumballon abgesprungen ist und im Freifall auf die Erde zuraste. Auf dem Weg nach unten erreichte er eine Geschwindigkeit von bis zu 1342 km/h, durchbrach also die Schallmauer, und gilt nun als the fastest man in the sky – wie jeder von uns inzwischen weiß. Dazu würde ich gerne ein paar Sätze schreiben und auch meine persönliche Meinung mit einbringen.

In den letzten Tagen habe ich schon einige Kommentare, Glückwünsche, Kritiken und Artikel dazu gelesen, unterwegs konnte ich immer wieder Unterhaltungen über den Supersonic Freefall ausmachen, auch in der Schule gab es ab und an Diskussionen.

Sehr viele meinen, dass dieser Sprung völlige Geldverschwendung war und lediglich als Werbegag für Red Bull diente. Viel zu verrückt, waghalsig, leichtsinnig, sinnlos, dumm. Klar, wer sich Gefahren absichtlich aussetzt und etwas – in unseren Augen – Unmögliches schaffen will, der wird erstmal für irre erklärt. Aber ist das gerecht? Jeder von uns hat doch einen Traum, für den er wahrscheinlich so ziemlich alles geben würde, wieso also hätte Felix seinen Traum nicht verwirklichen dürfen?

Immer wieder tauchte auch dieser Satz auf:

„Kritiker fragen sich, was er sich und der Welt eigentlich beweisen will“ 

Wie wär’s denn mit diesem Zitat von ihm, als Antwort?

„If you believe in it, anything is possible“

Vielleicht wollte er uns genau das zeigen. Wenn ich mir heute die ganzen Videos und Bilder von der Mission ansehe, dann kann ich immernoch einfach nur staunen. Ich denke die Mehrheit der Leute hat er genauso in den Bann gezogen, wie mich.

Und das wirklich Schöne daran: Er hat am Sonntagabend Millionen von Menschen zusammengebracht, die alle gespannt mit vor Begeisterung glänzenden Augen vor dem Fernseher oder dem PC gesessen sind und den Alltag vergessen konnten.

Wann gibt es das heutzutage noch? Die Raum- und Luftfahrt ist längst zur Gewohnheit für uns geworden, eher bekämpfen wir sie. Zu viel Lärm, Verschmutzung, Geld. Und diese paar Stunden, für die wir zusammengekommen sind, haben doch wenigstens ein ganz kleines bisschen an die ersten richtigen Weltraum-Missionen erinnert. Jeder war noch fasziniert davon.

Ich habe den Sprung mit meinen Eltern live über den österreichischen Fernsehsender Servus TV verfolgt, andere über n-tv oder über den Youtube-Livestream (7.5 Millionen Zuschauer). Je höher der Ballon stieg, desto spannender wurde es und die Erdkrümmung machte sich immer mehr bemerkbar.

Als schließlich die Tür geöffnet wurde – das war einfach der absolute Wahnsinn und wohl das Highlight. Diese Aussicht und dieses Gefühl, ebenfalls da oben mit dem Ballon zu schweben. Unbeschreiblich. Uns allen hat es in diesem Moment wohl den Atem verschlagen.

Und dann war plötzlich für einen Aufgenblick alles still, kein Funke war mehr zu hören und Felix stieg aus der Kapsel.

Ich fragte mich, wie das wohl sein mag – ganz alleine dort zu sitzen, in einer völligen Leere, in der alles still ist, in der man nur seinen eigenen Atem und Herzschlag hören kann. Aber eine Leere, die dennoch wunderschön ist, weil man von dem Blick auf die Erde und in die endlose Weite überwältigt ist. Vermutlich das schönste Plätzchen überhaupt.

Dann der Sprung in die Tiefe, mit den Worten „I’m going home now“. Aus der Sicht von der Kamera, die oberhalb der Tür befestigt war, machte sich bei mir das Gefühl von Höhenangst breit – und ich staunte nicht schlecht, als ich gesehen habe, wie schnell er in die Tiefe stürzt!

Glücklicherweise ist alles gut gegangen und zum Abschluss legte Felix noch eine Bilderbuchlandung hin. Seine Freude darüber, dass er es tatsächlich geschafft hatte, war nicht zu übersehen :)

All diese Aufnahmen haben mich so beeidruckt, dass ich momentan echt am Überlegen bin, ob ich nicht auch mal einen Freifall machen soll. So schlimm kann es ja wohl nicht sein, sonst würden die Fallschirmspringer danach nicht immer bis zu beiden Ohren hin grinsen ;)

Vorhin habe ich noch folgendes Kommentar zu diesem Video gefunden:

„This is something which can’t be explained, but when you sit and looking at the man who is in space at the moment, you’re observing it and you can only imagine what he’s feeling at the moment, it’s seriously amazing. Another proof to the fact that if humanity does have enough imagination and desire we can realise fantasy into reality.
Felix, thank you very much!“

In diesem Sinne – nochmal herzlichen Glückwunsch! Danke, dass du uns alle an deinem Traum teilhaben lassen hast!

© APA/RED BULL CONTENT POOL

5 Kommentare

  1. Dann mach doch einfach mal einen Tandemsprung. Kostet nicht so übermäßig viel und ist auf jeden Fall ein Erlebnis… auch wenn mir der freie Fall deutlich besser gefallen hat als das Gleitschirmsegeln :D

    • Hallo Jackie, hab am Wochenende mit deinen Eltern darüber geplaudert, und ja, mir gefällt deine Einstellung dazu. Um Neues zu entdecken müssen wir manchmal (und vielleicht immer öfter) über unsere Grenzen hinauswachsen, uns auch überwinden. Jeder Tag ist eine Herausforderung aufs neue, und jeder Tag sollte für uns wie ein kleiner „Baumgartner-Sprung“ sein. Ein deutscher Forschungsminister a.D. sagte einmal: „Alles, was wir im Leben tun, kann misslingen, wenn wir aber gar nichts tun, dann misslingt das Leben“. In diesem Sinne alles Gute und viel Spass bei deinen nächsten Flügen.

  2. Pingback: Jahresrückblick 2013 | Jackie Goes In The Air

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